Miracles Astrologie
Astrologie: Aspekte und Orben


Ein Aspekt ist ein harmonischer Winkel zwischen zwei Planeten.
Haben beispielsweise zwei Planeten von der Erde aus betrachtet den selben Winkel, so beträgt der Aspekt zwischen den Planeten Null Grad (0°). Wir sprechen in diesem Fall auch von einer Konjunktion.
In der Regel werden folgende Aspekte interpretiert:

Die ORBIS-Definition


Winkel Grad

Konjunktion 0
Sextil 60
Quadrat 90
Trigon 120
Opposition 180


weitere, weniger gebräuchliche Aspekte sind:

Halbsextil 30
Halbquadrat 45
Quintil 72
Anderthalbquadrat 135
Biquintil 144
Quincunx 150


Nachdem wir einmal wissen, was ein Horoskop ist und wie es berechnet wird, geht es in der Praxis meist schon ziemlich unfriedlich los mit den sogenannten "Aspekten". Im Unterscheiden und Einteilen (also werten) kommt jetzt die eigentliche menschliche Domäne zum Zuge. Hierzu sind einige theoretische Anbringungen notwendig, die sich für einmal in der Praxis ebenfalls bestätigt haben. Vorwegnehmen kann man, dass zwar alle die bekannten, sogenannten 'Aspekte' durchaus benutzt werden können, nur muss man hinzufügen, dass sie allesamt auch ebenso durch andere ersetzt werden können, wenn wir gleichzeitig bereit sind, unsere Sichtweise ebenfalls durch eine andere zu ersetzen! 
                                                                                                                                     


Bei der Deutung eines Horoskops kommt es weniger auf den jeweiligen Aspekt (oder Winkel) an, als auf die Art der beteiligten Energien der sich kontaktierenden Gestirne. Es geht dabei also um die jeweilige "Verbindung" der beteiligten Gestirne, und nicht darum, wie sie sich "anblicken".

Dies besagt, dass die astrologische Gewichtung, wie sie unter den verschiedenen Aspekten ausgelegt wird, - wobei dann beispielsweise ein Quadrat "negative Wirkung" haben soll, - sich in der Praxis keineswegs bestätigt hat. Einem Aspekt allein können also niemals die Wertungen "Positiv" oder "Negativ" unterlegt werden, denn jeder nur mögliche Aspekt bezieht sich nicht auf die inhaltliche Qualität einer Gestirns-Verbindung, sondern lediglich auf die Quantität der Stärke ihrer Wirksamkeit. 

Der Aspekt wird also durch die Winkeldifferenz zweier Planeten bestimmt. Steht Mars ab Aszendent bei 123.56° und die Venus bei 186.56°, so haben wir eine Differenz von exakt 60.0° also ein Sextil zwischen den beiden Planeten. Wie sieht es aber nun aus, wenn zwischen beiden Planeten ein Winkel von 58° Grad oder 62° besteht? Kann man dann immer noch von einem Sextil sprechen? Und wenn ja, wie sieht es aus bei 55° , 67° oder 70° ? Mit anderen Worten: Wo ist die Grenze?

Damit wären wir beim zweiten Punkt dieses Abschnittes, den Orben. Ein Orbis ist nichts anderes als die Toleranz, die für einen Aspekt und zwei Planeten gelten soll, damit der Aspekt noch akzeptiert wird. 
                                                                                                                                 

Die astrologische ORBIS-Definition 

Der Orbis (oder Umkreis) ist eine Erfindung, über die man darüber urteilt und Unterscheidungen anstellt, wieviele Grade oder Bogenminuten vor oder nach der absoluten Exaktheit eine Gestirnsverbindung schon (oder noch immer) ihre Wirksamkeit verbreiten soll. Es gibt viel Literatur hierzu und einige Astrologen setzen ihre Orben mit 10 oder mehr Graden ein, andere lassen nur noch wenige Grade, bzw. nur noch einen Orbis von einem Grad gelten. In der Praxis erfährt man, dass es tatsächlich gar keinen Orbis gibt! Um die Gründe hierzu etwas zu präzisieren, muss man nun wiederum unserer Sichtweise, und jetzt also speziell die astrologische Sichtweise etwas genauer betrachten:

Wenn wir uns ein Geburtshoroskop (oder Radix) ansehen, betrachten wir es so, dass für uns im Kreis eine Opposition von Venus und Jupiter vorliegt, wenn sich Jupiter beispielsweise auf 13 Grad Löwe, und die Venus sich auf 17 Grad Wassermann befindet. Der Orbis zur exakten Opposition macht hier genau 4 Grad Abstand zwischen beiden Gestirnen aus. Nun ist der Kreis aber eine unendliche Linie, die wir an einer beliebigen Stelle mathematisch unterbrochen haben, um an dieser Stelle ihren Anfang und ihr Ende selbst zu kreieren: astrologisch ist dies bei 0 Grad Widder geschehen. 

Mit 0 Grad Widder als Anfang ist damit beispielsweise ein Sonnenstand von 4.44.Grad im Stier mit einem rechnerischen Wert von 34.44 Grad im (unendlichen) Kreisrund versehen, und 7.33 Grad im Löwen ergäben einen Wert von 127.33 Grad im Kreis. Auf diese Weise hat aber unsere zeitlich ausgerichtete Sichtweise die rechnerischen Werte stets im Kreisrund auf dem Papier nach "vorwärts" festgeschrieben, die nun allerdings "rückwärts" in diesem Kreisrund (welcher den Raum darstellen soll) genauso ihre entsprechenden "Gegenwerte" finden. 

Die 34.44. Grad von 360.00 Grad abgezogen, ergäben dann als Gegen-Wert dieser Sonne nach "rückwärts" einen Punkt, der bei 325.16 Grad liegt, - sodass der Gegenwert dieser Sonne von 4.44 Grad im Stier jetzt als Gegenbogen bei 25.16 Grad im Wassermann liegt. Ein derart ermittelter Punkt nennt man Gegenbogen. (Im astrologischen Vokabular tauchen diese Werte beispielsweise als Spiegelpunkte, Antiscien oder arabische Punkte auf, welche man aber genauso auch Schattenpunkt, Gegenschein oder Gegenbogen nennen kann.)
Da der unendliche Raum ohne unser Dazutun also keine lineare, zeitliche Ausrichtung beinhaltet, haben wir "Anfang und Ende" lediglich auf dem Papier in den Kreis(-Raum) hineininterpretiert, sodass wir behelfsmässig über zeitliche Werte aus der Raumeinheit verfügen und diese somit auf unserer zeitlichen Ebene jetzt auch handhaben können. 

                                                                                                                                       


Kehren wir nun nämlich zurück zur eingangs erwähnten Venus-Jupiter Opposition, bei der die Venus auf 17 Grad Wassermann und der Jupiter auf 13 Löwe steht, gewinnen wir über diese Sichtweise einen neuen Blickwinkel dazu. Diese Opposition hat als solche, wie bereits gesagt, einen Abstand von 4 Grad, der ihr zur Exaktheit fehlt. Was in diesem Beispiel nun aber tatsächlich vorliegt, ist jedoch eine absolut exakte Verbindung von Venus und Jupiter: Nämlich durch die Gegenbogen-Werte dieser beiden Gestirne!

Die Venus, mit Stand bei 17 Grad Wassermann, hat ihren Gegenbogen-Wert auf 13 Grad Stier, sodass dieser Wert in einem exakten Quadrat zum Jupiter auf 17 Grad Löwe steht! Der Jupiter wiederum, der sich auf 13 Grad Löwe befindet, hat seinen Gegenbogenwert auf 17 Grad Skorpion, der (als Gegenbogen) ebenfalls in einem exakten Quadrat zur Venus steht (die sich bei 17 Wassermann befindet). 

Ein weiteres Beispiel: Nehmen wir an, der Geburts-Mars in einem Horoskop stünde bei 19 Grad Skorpion, sodass sich sein Gegenbogen dann bei 11 Grad Löwe befände. Wenn nun der laufende Saturn beispielsweise durch das Zeichen Wassermann geht, bildet Saturn transitär bei 19 Grad Wassermann eine genaue Quadratur zu diesem Mars im Skorpion. Da es sicherlich schon vorher Auswirkungen zu verzeichnen gab, die sich scheinbar auf diese Verbindung von Saturn transit zum Mars radix bezogen, könnte man nun von einer Wirkung in einem grossen Orbisbereich sprechen. Diese Wirkung rührte aber tatsächlich nicht von dieser Quadratur her, sondern wurden schon durch den Transit-Saturn ausgelöst, als dieser sich bei 11 Grad Wassermann in Opposition zum Gegenbogen des Geburts-Mars befand, welcher sich auf 11 Grad Löwe befindet! Ein Saturn-Transit durch die beiden Quadratzeichen des Skorpions (Wassermann und Löwe) könnte in diesem Fall über den Geburts-Mars also eine ganze Weile spürbar sein. Und dass dies dann die persönliche Meinung zur Orbis-Definition durchaus beeinflussen kann, versteht sich von selbst.

Hinzu kommt nun, dass man bei jedem eintretenden Ereignis in der Praxis ganz exakte Werte verzeichnen kann, mit äusserst geringen Abweichungen, die aus unserer niemals absolut exakten Rechenweise hervorgehen. Obschon die Natur nun aber keine Sprünge macht, zeichnet sich ein äusseres Ereignis - für uns oft unsichtbar - doch innerlich im voraus auch schon ab. Dass wir dies oft nicht wahrnehmen wollen, entspricht der menschlichen Logik, die sich am Schein des Uranus orientiert, sodass man sagen könnte: Die aufziehenden Gewitterwolken symbolisieren jeweils den Orbis, und der einschlagende Blitz dann die Exaktheit des Ereignisses.

                                                                                                                                    

Unsere uranische Logik tritt aus der Materie heraus, um sie scheinbar von aussen betrachten zu können, und damit zeichnet sich die Aufmerksamkeit dieser Logik stets dadurch aus, dass sie materiell ausgerichtet und daher sehr ereignisbezogen ist, denn nur das Sichtbare kann ihr ein tatsächliches Ereignis sein. Und zu einem solchen Ereignis gibt es keinen Orbis! 

Unsere Sichtweise ist daher niemals so direkt wie wir zumeist annehmen, denn sowie sie sich auf ein Objekt bezieht, orientiert sich nicht direkt am Licht, als vielmehr indirekt am Schein, und es müssen daher meist materielle Erscheinungen sein, welche wir erst als "Ereignisse" zu bezeichnen gewillt sind. Würden wir nun die "Ereignisse" in unserem Innern, obschon sie sich nach aussen nicht materiell manifestieren und daher namenloses Erleben bleiben müssen, ebenfalls als Ereignisse definieren und somit stets als ausgesprochenes Erlebnis betrachten, wäre der Raum aber auch für uns völlig ausgefüllt mit Erscheinungen - und es gäbe dann selbst in unseren astrologischen Untersuchungen real keinen Orbis mehr! Wir müssten dann aber allerdings wissen, wonach wir jeweils fragen, wenn wir von einem Ereignis sprechen. Der Orbis ist also auch als Ausweg aus der zeitlichen Lücke (aus der Logik unserer linken Hirnhälfte) zu betrachten, und insofern der Zwischenzeit gleichzusetzen, die uns fehlt, solange wir noch am äusseren Ereignis haften. Daher bezieht sich der Orbis auch vor allem auf die ereignishaften Primär-Direktionen und jeweiligen Transite dazu, denn unter den verschiedenen Namen (wie Naibodschlüssel, Sonnenbogen, ect.) kann durchwegs das Wesen eines einzigen "Ereignis-Bogens" verstanden werden.                                                                           

DER GEGENBOGEN

Was eben unter der astrologischen Orbisdefinition besprochen wurde, war der Gegenbogen. Zur Wirkungsweise dieses Gegenbogens sei hier noch ein Beispiel aus der Praxis angeführt: Am 20. Mai 1991 starb der durch seine astrologischen Forschungsergebnisse bekannt gewordene Michel Gauquelin. In verschiedenen Astrologiezeitschriften wurden daraufhin Studien und Untersuchungen veröffentlicht, die aufgrund vielfältiger Direktionsmethoden die "Todes-Konstellationen" von Michel Gauquelin nachweisen sollten, bzw. die Autoren versuchten mit einer Unmenge von Summen und Halbsummen vermischt einen Nachweis, der auf Tod schliessen liess zu erbringen. Transite, Solare, Sonnenbogen und imaginäre Punkte wurden herangezogen, um zu einem schlüssigen Ergebnis zu gelangen, die in diesem Fall - wie es hiess - sogar eine Todesprognose erlaubt hätten. Die Tatsache blieb aber allerdings bestehen, dass alle die mühevoll aufgeführten Konstellations-Teile in anderen Horoskopen auch schon zu völlig anderen Ergebnissen, als es der Tod ist, geführt haben. Eine Todesprognose - selbst wenn man bereit wäre, eine solche zu erstellen, - kann aber auf der Grundlage eines "Ereignisbogens" nur zur deftigsten Zumutung werden: Denn der Tod, der damit gemeint ist, kann nicht aus einer Ereignis-Methode erschlossen werden, weil er keine Erfahrung darstellt, die von einem Astrologen nachvollzogen werden könnte. 
                                                                                                                                        


Auf diese Weise kam dann selbst für eine Metagnose nichts Brauchbares heraus, obschon es an Material nicht mangelte und transitär am Todestag gerade die Halbsumme Mars/Saturn am Radix-Meridian stand, - allerdings in einem Aspekt mit Mars/Jupiter transitär. 

Wie bei den vielen sogenannten "ungelösten" Horoskopen, welche die Astrologie teilweise sogar widerlegen sollen, erkannten die Astrologie-Experten beim Tod dieses Astrologieforschers die Gewichtung der Gleichzeitigkeit nicht. Gleichzeitigkeit ist die Vernetzung verschiedener sich ergänzender Gefahrenkonstellationen zur selben Zeit. 

Da Mars/Saturn transitär sich am Meridian auslöste, musste also der progressive Meridian sich in einer Verbindung mit Mars/Saturn progressiv befinden, was auch der Fall war. Der Meridian progressiv stand bei 5.50 Grad Krebs, im Gegenbogen bei 24.11 Schütze mit nur 0.07 Bogenminuten vor dem halben Saturn radix und 0.32 Bogenminuten vor Mars/Saturn progressiv auf 23.39 Fische, also in einer Quadratur. - Nur ergibt dies noch keinen Todesfall.
Wenn wir aber das Ganze umdrehen und jetzt die 23.39 Fische der Mars/Saturn Halbsumme progressiv im Gegenbogen aufsuchen, erreichen wir einen Wert von 6.21 Grad im Widder. In der Opposition dazu, auf 6.14 Grad in der Waage steht die Halbsumme von Saturn/Pluto! (Differenz 0.07 Bogenminuten zur Todeszeit.) Wir haben also die Verbindung Mars/Saturn progressiv zu Saturn/Pluto progressiv vorliegen. Und wenn wir nun zu Saturn/Pluto progressiv auf 6.14 Grad Waage noch ein Halbquadrat (45 Grad) hinzuzählen, erhalten wir einen Wert von 21.14 Skorpion und erreichen damit exakt die Radix-Sonne bei 21.19 Skorpion! (Differenz noch 0.05 Bogenminuten.) Alle diese Werte waren exakt. 

Saturn/Pluto progressiv in einer exakten Opposition zur Sonne blieb unerwähnt, dass Mars/Saturn progressiv sich zum Zeitpunkt im Gegenbogen ebenfalls genau darauf befand natürlich auch! 

Zusammenfassend: 
Die progressive Halbsumme Mars/Saturn stand zum Zeitpunkt des Todes von Michel Gauquelin in einer exakten Gegenbogen-Verbindung zur Sonne radix. Aber Mars/Saturn stand dort nicht allein, sondern auf dieser Radix-Sonne stand in einer exakten Opposition (180 Grad) auch noch die Halbsumme von Saturn/Pluto progressiv!! Und der progressive Meridian bildete ein Anderthalbquadrat (135 Grad) zu dieser genannten Konstellation. (Erst dadurch erlangte der Mars/Saturn Transit über den Radix-Meridian seine besondere Bedeutung.) Denn wer die Gewichtung der genannten Progression verstehen lernt, weiss bald einmal, dass einem durch eine solche Konstellation das Aufsuchen aller nur möglichen vorverschiebbaren Werte für ein Weilchen erspart bleibt. 
Und er wird trotzdem keine "Todesprognose" stellen!